Erfahrungsbericht einer Familie mit ambulanter flexibler Hilfe

David* war schon im Säuglingsalter besonders anstrengend. Seine Mutter sah sich damals oft an ihren physischen und psychischen Grenzen. Ohne Hilfe und Beistand des Vaters, konnte sie David immer weniger gerecht werden. Er verschloss sich. Aus ewigen Streitereien wurde aggressives Verhalten. Nicht nur ihr gegenüber, sondern in Beziehung zu seinen beiden Geschwistern und ihrem neuen Lebenspartner. Später häuften sich die Probleme unter Gleichaltrigen und in der Schule. Mit sechs Jahren die schockierende Diagnose: Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätssyndrom. In dieser Zeit unternahm Davids Mutter einen ersten Schritt auf das Jugendamt in Köln-Ehrenfeld zu. Sie ging damit einen für sie schweren, aber entlastenden Weg, anders als viele Mütter und Väter, die ihre Ängste oder Vorbehalte nicht überwinden können. Über eine gemeinsame Hilfeplanung mit Familie S. brachte das Jugendamt die sozialpädagogische Familienhilfe für Mutter und Sohn auf den Weg. David wurde an der Suche nach einem geeigneten Begleiter beteiligt. Beim ersten Treffen mit dem Sozialarbeiter Igor war das Eis dann schnell gebrochen. Beide kannten sich vom Spielplatz Glasstraße nebenan, einem Sozialraumprojekt der Stiftung Leuchtfeuer. In der kommenden Zeit erreicht Igor durch authentische und professionelle Beziehungsangebote, dass David sich aus seiner Verschlossenheit heraus bewegt und beginnt sich zu öffnen. Der Elfjährige lernt, eigenen Frust und eigene Hektik besser abzubauen. Gelegenheiten dazu haben die Beiden bei den Hausaufgaben, unterwegs auf gemeinsamen Spaziergängen, am Kicker, beim Fußball oder beim Billard.

Igor`s Idee einer gelben Karte für Verwarnung und einer roten Karte für Konsequenz in der Familie einzuführen, gefiel nicht nur der Mutter, sondern auch dem Fußballfan David.

Zum Übungsfeld für neues Verhalten wurde auch der offene Treffpunkt für Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 16 Jahren sowie ihre Familien auf dem Spielplatz in der Glasstraße.

*Name geändert